Radtouren

Der Spreeweg von Lutherbrücke bis Moltkebrücke

Jenseits des Ampel-Überwegs am Schloss Bellevue bietet sich zunächst nur der Fußweg entlang der John-Foster-Dulles-Allee an, der sich aber schon bald von der Straße löst und wieder auf die Spree trifft. Das Bettina-von-Arnim-Ufer führt zur früheren Kongresshalle, dem heutigen Haus der Kulturen der Welt, das mit Ausstellungen, Konzerten, Veranstaltungen und einem Terrassencafé lockt. Nahebei eine Anlegestelle für Ausflugsschiffe.

Hinter dem Haus der Kulturen der Welt führt ein Weg zum Carillon, mit 68 Glocken das viertgrößte Glockenspiel der Welt. Sonntagskonzerte mit Jeffrey Bossin finden von Mai bis September um 15 Uhr statt. In weitem Umkreis halten dann Besucher des Tiergartens inne, manche legen ihr Fahrrad ab, setzen sich auf die nächste Bank oder ins Gras. Auch andere große Carilloneure lassen das 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins eingeweihte Instrument erklingen. An die Konzerte schließen sich Führungen durch den Turm an.

Das Bundeskanzleramt (Axel Schultes, Charlotte Frank) kann wer will, teils auf Straßen, ganz umrunden (ca. 1 km). Die Kanzlerbrücke ist Kanzler/in und Gästen vorbehalten, sie verbindet Amtssitz und Kanzlerpark jenseits der Spree, der öffentliche Weg führt darunter hindurch. Die Moltkebrücke – mit Moltkekopf als Schlussstein des mittleren Bogens der Brücke – verbindet Willi-Brandt-Straße und die Straße Alt-Moabit.

Nordvariante:

Nördlich der Lutherbrücke überqueren Bahngleise die Paulstraße. In den Bögen der Stadtbahn liegen Lager, Werkstätten und Lokale. Auf dem Moabiter Werder, wo sich heute die sog. Abgeordneten-Schlange – ein Wohnhaus für Bundesbedienstete – erstreckt, breitete sich vor den Baumaßnahmen ein von Umweltschützern jahrelang umkämpftes Wäldchen aus, damals am Rand der Welt (also von West-Berlin!).

Heute wird es, ganz nach dem Geschmack des Senatsbaudirektors Hans Stimman, der nach der Wende 15 Jahre lang die städtebaulichen Geschicke von Berlin prägte, von dem in ästhetischer Hinsicht betont kühlen Park auf dem Moabiter Werder und einer breiten Uferpromenade konterkariert – mit Bänken, Rasenflächen und drei Eibenskulpturen am östlichen Ende der Schlange.

Vorbei am Kanzlerpark (mit eigener, für die Öffentlichkeit unzugänglicher Kanzlerbrücke) und immer weiter entlang der vormals grenzkargen Gegend, trifft der Weg 500 m vor dem Hauptbahnhof östlich des ehemaligen Postfuhramts – heute ein Gartenlokal – auf die Moltkebrücke. (Wer zum Bahnhof will, sollte den Weg auf der Südseite der Spree fortsetzen und 200 m weiter östlich die Gustav-Heinemann-Brücke benutzen, eine Fußgängerbrücke.