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Der Spreeweg von Monbijoubrücke – Schlossbrücke

  • Schlossplatz, Palast der Republik
  • Friedrichswerder, Schinkelplatz
  • Auswärtiges Amt
  • Staatsratsgebäude der DDR
  • Jungfernbrücke
  • Gertraudenbrücke
  • Gertraudenbrücke
  • Nordvariante
  • Spreeufer, Berliner Dom
  • Marx-Engels-Platz
  • Nikolaiviertel

Nach Überquerung der "Linden“ fällt an der Schlossbrücke der Blick nach links auf einen oft für Rummelveranstaltungen genutzten Parkplatz, den Schlossplatz ohne Schloss – und nunmehr auch ohne den Palast der Republik, der nach dem Abriss des kriegsbeschädigten Berliner Stadtschlosses durch die DDR über ihn triumphiert hatte.

Geradeaus liegt der Schinkelplatz mit einer Statue von Karl-Friedrich Schinkel, dem bedeutendsten Baumeister Preußens. Hinter dem Platz liegt die durch eine Gerüstattrappe simulierte Schinkelsche Bauakademie. Die Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel, 1832-36 errichtet, war im Krieg teilweise zerstört und zunächst von der DDR wieder aufgebaut worden. 1961/62 wurde sie dann aber für den Bau des Außenministeriums der DDR abgerissen. Dessen Abriss 1995/96 machte den Platz frei für das Rekonstruktionsprojekt, welches nun von einem prominenten Förderverein voran getrieben wird.

Auf der anderen Seite des Werderschen Markts, der wahlweise auf Ampel-Umwegen oder auf Gedeih und Verderb überquert werden muss, ist das neue Auswärtige Amt beherrschend und scheint dies noch unterstreichen zu wollen, indem es für einen Bürgersteig – zumal für Berliner Verhältnisse – kaum Platz lässt. Statt sich dünn zu machen, können Passanten dafür einen fair gehandelten Kaffee im hauseigenen coffee-shop trinken und sich informieren!

Wenige Meter links vom Kanal steht das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR. In den Bau wurde 1964 das Portal des abgerissenen Schlosses integriert. Das bauliche Zitat erweiterte die Gründungslegende des "neuen Deutschlands“ durch symbolische Rückverlängerung und eigenmächtiges Überspringen des NS-Staates, dessen Nachfolge die DDR der BRD überließ.

Vom Balkon des Stadtschlosses aus hatte Karl Liebknecht im November 1918 die "Freie sozialistische Republik" ausgerufen. Nach der Wende hatte hier der Bundeskanzler seinen provisorischen Sitz in der neuen Bundeshauptstadt. Seit 2005 beherbergt der Bau eine private Universität; die European School of Management and Technology (esmt) ist mit der Hertie School of Governance in einer "strategischen Partnerschaft“ und auch räumlich verbunden.

Südlich der Schleusenbrücke führt der Weg nun weiter entlang des Schleusengrabens, eines Spreearms, durch zwei mit ihren Namen auf die Schleuse Bezug nehmenden Straßen, die Unterwasser- und Oberwasserstraße, zunächst am Auswärtigem Amt entlang und an der Bundesbank, dem 1934 erbauten Reichsbankgebäude. Für dieses war das von Schinkel ausgebaute Weydinger-Haus ebenso abgerissen worden wie die von dem Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler erbaute Münze. Denkmalgeschützt ist das ehemalige Technische Gebäude der Reichsbank in der Oberwasserstraße 10 (1924/25, Architekt: Phillip Nitze).

Die beiden Straßen Oberwasserstraße und Friedrichsgracht diesseits und jenseits des Schleusengrabens werden durch die 1999 renovierte, älteste Brücke von Berlin, zugleich die einzige Klappbrücke, miteinander verbunden – die Jungfernbrücke. Hier lässt sich der Graben sicher am schönsten überqueren, so dass der Weg entlang der Friedrichsgracht fortgesetzt wird.

Die Gertraudenbrücke kommt nun näher, und mit ihr auch die Figur der Heiligen Gertraude. Sie soll auf ein früheres Hospiz verweisen. Von bronzenen Mäusen umflitzt, steht sie über den Dingen, während eins der Tierchen, vielberührt und glänzend geputzt, erwartungsvoll an der Ecke sitzt. Über Treppen und Rampen wird die Unterführung der Gertraudenstraße erreicht.

Nordvariante:

Jenseits der Anna-Louisa-Karsch-Straße beginnt an der alten Friedrichsbrücke eine Promenade, die in zwei, durch Treppen und Rampen verbundene Etagen-Wege geteilt ist, die zwischen Flussebene und den Glaspalästen darüber vermittelt.

Die andere Seite der Spree wird vom Berliner Dom beherrscht. Die Tauf- und Traukirche der Hohenzollern birgt in ihrer unterirdischen Gruft 97 Särge der Hohenzollern. Gebaut zwischen 1894 und 1905 auf Wunsch von Kaiser Wilhelm II., wurde die Hauptkirche des preußischen Protestantismus, dem Petersdom in Rom nachempfunden.

Eine lebensgroße Büste überrascht am Ende der Promenade kurz vor der Unterführung der Karl-Liebknecht-Straße. Die Sandsteinskulptur der Berliner Bildhauerin Carin Kreuzberg (* 1935) zeigt den romantischen Dichter, Musiker und Zeichner E.T.A. Hoffmann (1776-1822), dessen Freund und erster Biograph Julius Eduard Hitzig hier bis 1859 sein Haus hatte. Die Figuren am Sockel der Büste nehmen Bezug auf Werke von Hoffmann.

Nach Unterquerung der Brücke folgt eine Promenadenanlage aus Granit, die unterhalb des Marx-Engels-Platzes entlang führt, mit Bänken, von denen aus einmal der Blick auf den ehemaligen Palast der Republik gerichtet werden konnte. Eine Treppe führt auf die Rathausbrücke hinauf. Hier sieht man sich einem gegen Ende der DDR disneyesk-nostalgisch "wiederaufgebauten“ Nikolaiviertel gegenüber, das im Krieg ganz zerstört worden war. Die Nicolaikirche, von der lediglich ein kleiner Rest übrig geblieben war, mutierte durch Rekonstruktion zum ältesten erhaltenen Gebäude Berlins!